Muss man wirklich alles auf einen Haufen legen?
Was wir von Marie Kondo lernen können – und was nicht
Wenn es um Ordnung geht, kommt man an Marie Kondo kaum vorbei. Mit ihrer KonMari-Methode hat sie Millionen Menschen weltweit dazu inspiriert, sich von Ballast zu trennen und bewusster mit ihren Besitztümern umzugehen.
Ein zentraler Bestandteil ihrer Methode lautet:
Sammle zunächst alle Gegenstände einer Kategorie an einem Ort.
Bei Kleidung bedeutet das beispielsweise, alle Kleidungsstücke aus Schränken, Kommoden, Garderoben und Abstellräumen zusammenzutragen. Der Gedanke dahinter ist einfach: Erst wenn wir sehen, wie viel wir tatsächlich besitzen, können wir bewusst entscheiden, was bleiben darf.
Warum diese Methode oft sehr gut funktioniert: Gerade bei Kleidung, Schuhen oder Taschen kann dieser Ansatz echte Aha-Momente schaffen.
Vielleicht hängen Jacken im Flur, im Kleiderschrank und im Keller. Die Sportschuhe stehen an der Haustür, die Wanderschuhe in der Garage und die Gummistiefel im Gartenhaus. Solange alles verteilt ist, wirkt die Menge überschaubar. Erst wenn alles an einem Ort liegt, wird sichtbar: "Wow, so viele Jacken besitze ich tatsächlich."
Für viele Menschen ist genau das der Moment, in dem sie leichter Entscheidungen treffen können.
Muss das wirklich für jede Kategorie gelten?
Meiner Meinung nach: nicht unbedingt.
Denn jede Methode sollte dem Menschen dienen – nicht umgekehrt.
Nehmen wir Kochbücher als Beispiel: Wenn deine Kochbücher bereits in der Küche stehen und du dort regelmäßig kochst, welchen zusätzlichen Nutzen hätte es, sie zunächst ins Wohnzimmer zum Bücherregal zu tragen?
Oder die Schulbücher deiner Kinder: Wenn diese ihren festen Platz im Kinderzimmer haben und dort genutzt werden, entsteht durch das Zusammenlegen mit allen anderen Büchern oft nur zusätzlicher Aufwand.


Die entscheidende Frage lautet:
Hilft mir das Zusammenführen dabei, bessere Entscheidungen zu treffen?
Wenn die Antwort Ja lautet, lohnt sich der Aufwand.
Wenn die Antwort Nein lautet, darfst du dir den Schritt auch sparen.
Die beste Methode ist die, die du tatsächlich umsetzt
Viele Menschen scheitern nicht daran, dass sie die falsche Methode wählen. Sie scheitern daran, dass sie versuchen, eine Methode exakt nach Anleitung umzusetzen, obwohl sie nicht zu ihrem Alltag passt.
Ordnung ist kein Wettbewerb und keine Prüfung! Du musst niemandem beweisen, dass du eine Methode perfekt befolgst. Nutze die Ideen, die für dich funktionieren. Passe die Schritte an deine Lebenssituation an. Lass weg, was keinen Mehrwert bringt.
Von Experten lernen statt Experten kopieren
Marie Kondo hat unzähligen Menschen gezeigt, dass Ordnung mehr sein kann als Putzen und Aufräumen. Dafür verdient ihre Arbeit großen Respekt. Gleichzeitig bedeutet Inspiration nicht, alles unverändert übernehmen zu müssen.
Jede Wohnung ist anders.
Jede Familie ist anders.
Jeder Alltag ist anders.
Deshalb darf auch dein Weg zur Ordnung anders aussehen. Die beste Ordnungsmethode ist nicht die bekannteste. Die beste Ordnungsmethode ist diejenige, die langfristig für dich funktioniert.


HALLO, ICH BIN DIE AUTORIN…
Beate von mehr Minimalismus.
Lange habe ich mich selbst privat mit dem Aussortieren und Schaffen von Ordnung beschäftigt, bevor ich 2024 endlich zertifizierte Ordnungsexpertin mit TÜV Rheinland geprüfter Qualifikation geworden bin und mich selbstständig gemacht habe.
Spezialisiert bin ich auf Ordnung in Dokumenten und Finanzen, aber viele meiner Kundinnen stehen noch ganz am Anfang - für sie ist dieser Blog und meine ebenfalls kostenlose Community
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