Ich war Gast in einem System, das offensichtlich nie auf Gastbetrieb getestet wurde - was mir mein Date über gute Ordnungssysteme verraten hat

Was mein Date mit Dokumentenorganisation gemeinsam hat

Manchmal liefert einem das Leben die besten Business-Lektionen.

Gestern hatte ich seit Ewigkeiten mal wieder ein Date.

Der Chat vorher? Ein Traum.

Er schrieb Dinge wie:
"Ich bemühe mich um meine Gäste."
"Es sind die kleinen Dinge, die zählen."
"Das schönste Geschenk meines Lebens war, dass ich die Namen meiner Kinder aussuchen durfte."

Ich dachte: Das klingt nach einem aufmerksamen Menschen.

Spoiler: Der Chat und die Realität hatten offenbar unterschiedliche Kalender.

Wir waren für 19 Uhr verabredet.

Essen? Gab es nicht.

Warum auch? Er hatte schließlich mittags schon in der Kantine gegessen.

Ich dagegen hatte den - vermutlich völlig absurden - Gedanken, dass man sich um 19 Uhr vielleicht gemeinsam etwas zu essen macht oder wenigstens fragt: "Hast du Hunger?"

Stattdessen bekam ich ein Glas Leitungswasser.

Nicht, weil Leitungswasser schlimm wäre. Ich trinke das selbst ständig.

Sondern weil ich stilles Wasser wollte und das die einzige vorhandene Lösung war.

Dieses eine Glas begleitete mich dann den ganzen Abend.

Es wurde nicht gefragt:
"Möchtest du noch etwas?"
"Darf ich dir nachschenken?"
"Die Küche ist da hinten, fühl dich wie zu Hause."

Nein.

Dieses Glas hatte einen härteren Job als ich.

Und während wir da saßen, lief der Fernseher.

Die ganze Zeit.

Ausschalten? Keine Option.

Ich stellte Fragen.

Viele Fragen.

Ich bekam Antworten.

Kurze Antworten.

Dann erzählte ich hier und da etwas von mir.

Und wartete auf die klassischen Gegenfragen.

Sie kamen nicht.

Irgendwann musste ich innerlich schmunzeln.

Nicht über das Date.

Sondern darüber, dass ich plötzlich an meine Kundinnen und Kunden denken musste.

Denn genau deshalb funktionieren meine Ordnungskonzepte.

Ich komme nicht zu Menschen und sage:
"So. Ab heute machen wir das alles nach meinem System."

Denn das wäre ungefähr so erfolgreich wie ein Fernseher beim ersten Date.

Stattdessen frage ich.

Wie arbeitet ihr?

Welche Unterlagen braucht ihr täglich?

Was nervt euch?

Wo verliert ihr Zeit?

Welche Routinen habt ihr bereits?

Und erst dann entsteht ein System.

Nicht mein System.

Euer System.

Denn Ordnung funktioniert nicht, weil sie perfekt ist.

Sie funktioniert, weil sie zu den Menschen passt, die sie jeden Tag nutzen.

Genau wie gute Gespräche.

Sie entstehen nicht dadurch, dass einer sendet.

Sondern dadurch, dass beide neugierig sind.

Vielleicht sind das tatsächlich die kleinen Dinge.

Nachfragen.

Zuhören.

Aufmerksam sein.

Das gilt für Dates.

Und mindestens genauso für Dokumente und Finanzen.

Mein Fazit?

Das Date wird keine Fortsetzung bekommen.

Die Erkenntnis dagegen schon.

Und falls du dich gerade fragst, warum dein Ablagesystem oder deine Dokumentenorganisation im Alltag nicht funktioniert:

Vielleicht braucht es kein neues Regal.

Sondern jemanden, der zuerst die richtigen Fragen stellt.

HALLO, ICH BIN DIE AUTORIN…


Beate von mehr Minimalismus.

Lange habe ich mich selbst privat mit dem Aussortieren und Schaffen von Ordnung beschäftigt, bevor ich 2024 endlich zertifizierte Ordnungsexpertin mit TÜV Rheinland geprüfter Qualifikation geworden bin und mich selbstständig gemacht habe.

Spezialisiert bin ich auf Ordnung in Dokumenten und Finanzen, aber viele meiner Kundinnen stehen noch ganz am Anfang - für sie ist dieser Blog und meine ebenfalls kostenlose Community

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